Willkommen, Gast 2!
nicht angemeldet
name: Gast 2 [ändern]
[anmelden]

aktuell: Home

Abenteuer Freiwilligkeit

Eintrag verfasst am 25. November 2012. Tags: RK Rotes Kreuz Freiwilligkeit :: Permanentlink

Es ist 17:30 Uhr an einem Freitag Abend. Der durchschnittliche Grazer freut sich auf den Feierabend, doch für mehr als 50 Leute beginnt erst eine besondere Art von Arbeit - ein freiwilliger Nachtdienst beim Roten Kreuz Graz. Schon ab 16:30 Uhr trudeln immer mehr Personen in RK-Uniform beim Einsatzzentrum in der Münzgrabenstraße ein, lösen die Fahrzeuge der Hauptamtlichen und Zivildiener ab und kontrollieren diese. Nach erfolgreicher Kontrolle des Fahrzeuginventars melden sich die Fahrzeuge, die meistens zu dritt besetzt sind, frei - und ein abenteuerlicher Nachtdienst beginnt.

Mir war selbst nicht klar, warum man einen so großen Teil seiner Freizeit in die Hilfe anderer stecken kann, bis ich selbst Teil der Freitag-Nacht-Gruppe wurde. Und es ist nicht die einzige: Jeden Abend in der Woche übernimmt eine andere Gruppe die präklinische Versorgung von Erkrankten oder Verletzten in den Häusern und an den Plätzen in Graz. Nun bin ich schon mehr als zwei Jahre dabei und kann vollkommen verstehen, warum man in seiner Freizeit eine ganze Nacht pro Woche opfert, um Verletzten, akut Erkrankten oder Betrunkenen zu helfen und sie ins nächstgelegene Spital zu führen.

Ein Grund ist für mich die Selbstverwirklichung. Das Gefühl, Gutes zu tun, tut einem selbst gut, sodass man den Nachtdienst als keine Belastung, sondern als Bereicherung für sein Leben empfindet. Ich war schon als Kind immer davon angetan, für etwas Verantwortung zu übernehmen und zu wissen, wie man in einer Notsituation akut hilft. Das Know-how wird jedem Freiwilligen in einem mehrwöchigen Rettungssanitäterkurs beigebracht, der neben der grundlegenden Theorie der Sanitätshilfe und Gerätelehre auch mehrere hundert Stunden Praxis beinhaltet, die im Rahmen der Nachtdienste gesammelt werden. Hier ist die Lehre untereinander im Vordergrund: Die Neuen lernen von den Erfahrenen und bekommen praktische Tipps, um jeden Einsatz adäquat zu meistern. Zusätzlich findet in unserer Partie jeden Nachtdienst eine Fortbildung für die Kollegen statt, die die Rettungssanitäterprüfung noch nicht hinter sich haben - jede Woche wird ein anderes Thema behandelt und beübt. Doch auch für die bereits tätigen Sanis sind Fortbildungen wichtig, sie finden mehrmals im Jahr unter der Woche an Abenden statt.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist für mich der Gruppenzusammenhalt. Erst nach ein paar Monaten kennt man jeden der Gruppe, aber von Nachtdienst zu Nachtdienst lernt man sich immer besser kennen. Die Unterschiedlichkeit der Gruppenmitglieder macht auch einiges aus. Als Student sind in meinem restlichen Bekanntenkreis vor allem Studenten, doch durch meine freiwillige Tätigkeit beim Roten Kreuz habe ich Personen verschiedenster Berufsgruppen kennengelernt. Dadurch erfahre ich immer wieder, dass Sachen auch von gänzlich anderen Blickwinkeln betrachtet werden können. Man trifft sich in der Gruppe nicht nur zum Dienst, sondern auch gelegentlich zum Glühwein im Winter oder nach einem Sonntagsdienst beim Chinesen. Legendär sind die jährlichen Ausflüge im Sommer und Herbst, sowie die Weihnachtsfeier.
Die Einsätze sind vor allem in der Anfangszeit die richtigen Abenteuer, doch mit der Zeit wird es immer wichtiger, mit wem sie erlebt werden. Die Erfahrungen werden untereinander ausgetauscht. Und sind die ersten paar Krankentransporte am frühen Abend geschafft, hat man auch Zeit, sich zusammenzusetzen und zu quatschen. Der Haupttreffpunkt ist neben der Fernsehcouch vor allem der Wutzeltisch, auf dem bei jedem Dienst spannende Spiele ausgetragen werden. Im Computerraum besteht nicht nur die Möglichkeit im Internet zu surfen, sondern werden hier auch jeden Abend spannende DVDs angeschaut, bis der Piepser läutet und der nächste Einsatz ruft. Im obersten Stockwerk des Einsatzzentrums gibt es Ruheräume, für jedes Team ein Zimmer, wo man sich einmal für ein paar Stunden hinlegen kann.

Gegen 5:30 Uhr treffen sich alle im großen Aufenthaltsraum. Es wird über die Einsätze der letzten Nacht und die Pläne am Wochenende diskutiert, ein paar verschlafene Kollegen kommen aus den Ruheräumenn (bei dieser Gruppe bin meistens ich dabei). Alle warten auf die Ablösung des Dienstes an die Samstag-Tag-Partie. Nun ertönt der Gong und wir sind für diesen Dienst entlassen. Wir wünschen uns noch ein schönes Wochenende, und fahren heim, um noch auszuschlafen. Und freuen uns wieder auf den Dienst nächsten Freitag.

blog navigator
wissen > geschichte > die vereinigten staaten werden eine großmacht > hygiene
Es gab das „Tröpferlbad“ – öffentliche Badehäuser, in denen die Bürger sich waschen durften. Das Aspirin wurde entdeckt und viele Krankenhäuser gebaut. Dies ließ die Lebenserwartung steigen. Man baute auch Abwasserkanäle und Straßenbahnen (damals... [weiterlesen]
sonst noch online: 0Laden...
nachrichtenfenster
nachricht hinzufügen
Laden...
Website © 2016 by David Zweiker. Kontakt